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Trotz Fersensporn modische Schuhe tragen

Schuhe sollen in erster Linie gut aussehen. Die Fußgesundheit ist beim Schuhkauf meist weniger wichtig. Es sei denn, ein Fersensporn verursacht Beschwerden: Die schmerzhafte Entzündung in der Ferse macht jeden Schritt zur Qual. Dann ist eine wirksame Behandlung gefragt. Lassen die Schmerzen nach, kann man endlich wieder die Lieblingsschuhe anziehen.  

Bei Sandalen, Sneakers und High-Heels spielt die Optik eine entscheidende Rolle. Vor allem die Damen wünschen sich gerne mal einen echten Hingucker. Doch was tun, wenn die Füße schmerzen?

Menschen mit Fersensporn können zwar nicht jeden Schuh anziehen. Aber mit konsequenter Behandlung lassen sich die Schmerzen spürbar lindern. So entlasten spezielle Einlagen die betroffene Ferse. In der Therapie erzielt Krankengymnastik gute Erfolge mit gezielten Übungen. Außerdem trägt die Homöopathie sanft zur Besserung der Beschwerden bei. Ursache der Schmerzen ist eine Entzündung am Fersenbein - klingt sie ab, macht Schuhe kaufen wieder Spaß.

Tipps zum Schuhkauf

  • Kaufen Sie Schuhe nachmittags oder abends. Die Füße schwellen im Lauf des Tages an - Schuhe, die morgens passen, sind abends zu eng.
  • Um die richtige Größe zu wählen, sollten Sie Ihre Füße immer mal wieder nachmessen lassen. Denn sie wachsen im Alter, werden vor allem breiter. Deshalb geben viele Hersteller heute neben der Schuhgröße auch die sogenannte Schuhweite an. Sie wird durch einen zusätzlichen Buchstaben gekennzeichnet (zum Beispiel 39 G): Die bei uns gebräuchlichen Weiten beginnen bei E (schmaler Fuß) und reichen über G (normal) bis K (Überweite). 
  • Entscheidend für die Wahl der passenden Schuhgröße ist außerdem, dass die Zehen vorne etwa einen Zentimeter Platz haben.
  • Natürlich spielt auch das Material eine Rolle. Am besten ist echtes, weiches Leder - damit der Fuß sich wohlfühlt und atmen kann. Zu hartes Material drückt schnell, vor allem im Knöchelbereich und an der Achillessehne. Eine Alternative zu Leder ist atmungsaktive Synthetik.
  • Zu empfehlen ist außerdem ein gutes Fußbett.
  • Ein kleiner Absatz ist kein Problem. Bei Alltagsschuhen sollte er aber nicht höher als drei Zentimeter sein.

Trotz Fersenschmerz modisch unterwegs

Auch Menschen mit Fersensporn können schicke Schuhe kaufen - wenn sie gut passen. Besonders wichtig bei Fersenschmerzen ist ein bequemes Fußbett. Achten Sie darauf, dass Sie die Standardsohle herausnehmen und durch eine Einlage zur Entlastung der Ferse ersetzen können.

Es müssen nicht immer flache Absätze sein. Am besten wechseln Sie ab. Höhere Absätze können die Ferse entlasten und so den Fersenschmerz mildern.

Was ist bei bestimmten Schuhen zu beachten?

Sandalen:

Gut verarbeitete Sandalen können Sie auch mit Fersensporn tragen. Sie sollten aber unbedingt ein Fußbett haben. Empfehlenswert sind Sandalen mit Schnürung, sie lassen sich in der Weite regulieren. Das ist wichtig, falls eine Einlage nötig wird. In Sandalen müssen die Zehen aktiv arbeiten, damit die Sohle am Fuß bleibt. Das beansprucht vor allem den Vorfuß und das Quergewölbe der Fußsohle.

Hier eine Übung für Sandalenträger, die Vorfuß und Quergewölbe stärkt:

Umgreifen Sie Ihren Vorfuß und ziehen Sie ihn vorsichtig seitlich auseinander. Drücken Sie dann Ihre Fingerspitzen nach oben in die Fußsohle und schieben Sie mit Ihren Daumenballen die Fußränder nach unten.

Espadrilles:

Espadrilles bieten dem Fuß keine Führung und keinen Halt. Dadurch wird die Fußsohle vor allem im Bereich der Ferse überlastet. Espadrilles sollten daher bei Fersenschmerzen nur vorübergehend getragen werden, etwa im Urlaub. 

Mit folgender Übung können Rückfuß und Sohle auf die höhere Belastung in Espadrilles vorbereitet werden:

Umfassen Sie Ihre Zehen und ziehen Sie diese vorsichtig nach oben. Mit der anderen Hand massieren und dehnen Sie Ihre vorgespannte Fußsohle.

Sneaker:

Sneaker haben oft eine dünne Sohle ohne Fußbett und Fußführung. Das führt zu erhöhten Druckbelastungen im Fersenbereich. Zudem fehlt es dem Fußgewölbe an Unterstützung. Wählen Sie am besten Sneaker mit Wechselfußbett. Sie bieten mehr Halt und ermöglichen es, Einlagen zu tragen.

Diese Übung stärkt die Muskulatur im Fuß und macht die Sehnen elastischer:

Stellen Sie sich auf eine Faszienrolle. Halten Sie sich an der Wand fest. Nun rollen Sie mit den Fußsohlen vor und zurück. Sie werden merken, wie sich Ihre Fußsohlen entspannen.

High-Heels:

Höhere Absätze können sich manchmal positiv auf Fersenschmerzen auswirken, da sie die Belastung stärker auf den Vorfuß verlagern. Sie dürfen daher ruhig ab und zu hochhackige Schuhe tragen. 

Längere Partyabende in High-Heels können sehr gut mit Fußgymnastik ausgeglichen werden. Unter anderem eignet sich dafür folgende Übung:

Umgreifen Sie Ihre Zehen und beugen Sie diese vorsichtig. Sie spüren dabei die Dehnung der Zehenstrecker auf der Fußoberseite.

Der SOS-Tipp bei Fußschmerzen!

Legen Sie eine mit Wasser gefüllte Plastikflasche ins Gefrierfach. Achtung: nicht ganz voll machen, damit sie nicht platzt. Bei Bedarf holen Sie Ihre Eisflasche heraus und rollen für zwei Minuten Ihre Füße darüber. Das lindert die Schmerzen schnell und effektiv.

Tipps für Risikogruppen

Wer bekommt einen Fersensporn? Vor allem in folgenden Fällen besteht ein erhöhtes Risiko:

Jogger

Schmerzen in der Ferse machen vielen Joggern zu schaffen. Ganz allgemein zählen Sehnenschäden, wie sie auch beim Fersensporn auftreten, zu den häufigsten Verletzungen bei Läufern. Vorbeugend sollten Jogger von Anfang an gut passende Laufschuhe mit hoher Dämpfung tragen. Außerdem ist längeres Laufen auf hartem Boden zu vermeiden. Regelmäßige Fußgymnastik stärkt die Muskulatur. Auch Übungen zur Dehnung der Wade und Achillessehne helfen.

Personen mit Übergewicht

Die Füße tragen das gesamte Körpergewicht: Je mehr Pfunde, desto größer die Belastung. Abnehmen beugt auch dem Fersensporn vor. Und Fußgymnastik: Durch spezielle Übungen lassen sich Fersenschmerzen oftmals vermeiden.

Menschen mit Senk- oder Spreizfuß

Fußfehlstellungen sind weit verbreitet: So neigt fast jeder zweite Erwachsene zu einem Senkfuß. Dabei senkt sich das Fußgewölbe, seine Stoßdämpfung nimmt ab. Betroffene Patienten sollten den Arzt aufsuchen. Abhilfe bringen orthopädische Einlagen und Fußgymnastik. Auch barfuß gehen kräftigt die Muskulatur im Fuß.