Fläschchen-Know-how

Welcher Ernährungstrend ist wirklich sinnvoll?

Nicht nur als guter Neujahrsvorsatz oder zur Fastenzeit - die Themen Ernährung, schnelle Rezepte und Abnehmen sind stets im Trend in der heutigen Gesellschaft.

Low Carb oder Low Fat, vegetarisch oder vegan, Basenfasten oder Intervallfasten oder doch Paleo-Ernährung? Ein neuer Ernährungstrend jagt den nächsten, Abnehmen und Low Carb Rezepte sind in aller Munde - aber was davon ist überhaupt noch gesund? Ernährungsexpertin und Food-Coach Katrin Kleinesper hat die aktuellen Ernährungstrends unter die Lupe genommen.

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So ernähren sich die Deutschen

In unserer modernen Lebensweise ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung oftmals nur schwer realisierbar. Mahlzeiten unterwegs, Snacks auf dem Sofa, Feierabendbier. Zwischendurch schieben besonders Frauen gerne eine Diät oder zumindest Low Carb Abendessen ein oder verzichten wenn möglich auf Kohlenhydrate. Das Resultat in Deutschland insgesamt ist jedoch: zu viel Alkohol, zu viel Fett, eine ganz gute Menge an Eiweiß aber dafür zu wenige komplexe Kohlenhydrate.

Wie sieht eine gesunde Ernährung aus?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Aufteilung: 15 % Eiweiß, 30 % Fett und 55 % Kohlenhydrate.

Low Carb oder eher Low Fat?

Bei Low Carb werden die Kohlenhydrate auf ca. 30 % zurückgeschraubt - in manchen Low-Carb-Diäten soll sogar noch weiter reduziert. Der Anteil von Fett (40%) und Eiweiß (30 %) wird entsprechend größer. In Zusammenhang mit der Low Carb Ernährung steht der glykämische Index (GI). Dieser gibt Auskunft über die Auswirkungen von Lebensmitteln auf den Blutzuckerspiegel: Lebensmittel mit einem hohem Glyx lösen schnell einen hohen Blutzuckerspiegel aus und es wird viel Insulin ausgeschüttet. Das macht uns zwar kurzzeitig leistungsfähig aber anschließend fallen wir in ein Loch und haben eine Heißhungerattacke. Der Teufelskreis beginnt.

Komplexe Kohlenhydrate hingegen, wie beispielsweise Vollkornbrot, lassen den Insulinspiegel danach nur langsam ansteigen, dadurch hat auch der Blutzuckerspiegel nur einen langsamen An- und Abstieg. Die enthaltenen Ballaststoffe sorgen zusätzlich für längere Sättigung.

Macht Fett fett?

Ja und nein - Nur eine zu hohe Zufuhr macht fett. Die gesättigten Fettsäuren, die häufig in Fleisch, Butter oder Käse vorkommen gehen in die Fettdepots, werden aber auch zur Energieverbrennung genutzt. Daher sollten wir bei einem Abnehmwunsch tierische Fette meiden bzw. reduzieren. Die ungesättigte Fettsäuren, die beispielsweise in Oliven- oder Rapsöl oder anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Avocado oder Nüsse enthalten sind, benötigen wir für einen reibungslosen Stoffwechsel.

Ob nun also Low Carb oder Low-Fat-Diäten besser sind ist individuell zu betrachten. Beide Ernährungsweisen sind weder gesund noch ungesund und insgesamt erzielt eine ausgewogene Ernährung meist die besten Ergebnisse.

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Zurück in die Steinzeit - die Paleo Methode

Paleo orientiert sich an der Ernährung der Altsteinzeit. Die Paleo Diät verfolgt als Grundlage die Theorie: Wer sich modern ernährt, leidet unter modernen Krankheiten. Erlaubt sind Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst, Nüsse, Kräuter und Gewürze - dabei alles möglichst frisch und unverarbeitet. Verzichtet wird auf Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, industriell verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Pflanzenöle. Auch verboten sind verarbeitete Lebensmittel wie Brot, Müsli oder Reis. Von der Ernährungsweise gleicht sie somit teilweise der Low Carb Ernährung - der Fettanteil ist überdurchschnittlich hoch.

Vom Vegetarier zum Veganer

Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch oder gar vegan. Hier gilt: Je eingeschränkter die Ernährung, desto größer die Gefahr an Nährstoffdefiziten zu leiden. Mehrere Schlüsselnährstoffe können in pflanzlicher Nahrung nur unzureichend bis gar nicht vorhanden oder vom Körper schlecht verwertbar sein. Einige dieser Nährstoffe sind Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Calcium oder Zink, Vitamin D und Vitamin B12 oder hochwertige Eiweiße.

Bild Frau am Tisch

Die Säure Basen Balance

Übersäuerung kann viele Ursachen haben: Neben einer säurereichen Ernährung spielen psychische Einflüsse wie Stress oder Ärger eine Rolle, aber auch die Extreme viel oder wenig Bewegung (Leistungssport oder Bewegungsarmut) oder Genussmittel wie Nikotin oder Alkohol. Als Folge sind unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit, Sodbrennen, Allergien und Verdauungsprobleme möglich.

In der normalen Ernährung nehmen wir häufig unbewusst überdurchschnittlich viele säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Getreidearten, Zucker zu uns. Eine gezielte Entsäuerung kann dem Körper helfen zurück ins Gleichgewicht zu finden. Bei einer basischen Ernährung stehen vor allem Obst und Gemüse, frische Kräuter, Samen und Nüsse auf dem Speiseplan. Unterstützt werden kann dies zusätzlich durch Sport, Saunagänge oder Bäder.

Fasten - nicht nur zur Fastenzeit

Fasten liegt eigentlich schon in der Natur des menschlichen Lebens. In der Vergangenheit war die Menschheit in knappen Zeiten gezwungen zu Fasten und aus körpereigenen Depots zu leben.

Beim Basenfasten werden saure Lebensmittel weggelassen und stattdessen auf saisonales und regionales, basisches Obst und Gemüse sowie Nüsse, Öle und Samen gesetzt. Dazu werden täglich 2,5 bis 3 Liter Wasser getrunken und vorwiegend basische Körperpflege verwendet. Es kann für Körper, Geist und Seele gut tun in regelmäßigen Abständen eine Woche Basenfasten durchzuführen.

Bild Bank mit Teller

Intermittierendes Fasten: Eine andere Möglichkeit neben Basenfasten, die sich häufig besser in den Alltag integrieren lässt, ist das Intervall-Fasten. Auch hier können verschiedene Arten durchgeführt werden: so kann ein oder zwei Tage pro Woche auf Essen verzichtet oder aber tägliche Fastenperioden eingelegt werden. Bei dem 16/8 Intervallfasten wird die komplette Nahrung in 8 Stunden aufgenommen und dann 16 Stunden nichts gegessen. Intervallfasten wird häufig als schnelle und gesunde Art zum Abnehmen beworben.

Welche Ernährung ist nun die beste?

Bei der Vielzahl denkbarer Ernährungskonzepte ist es wichtig stets auf seinen Körper zu hören und den Menschen - wie auch in der Homöopathie - als Ganzes zu betrachten. Das Maß ist entscheidend, ob etwas gesund oder ungesund ist. Letztendlich zählt es alle wichtigen Nährstoffe aufzunehmen und ausgewogen (und lecker) zu essen. Denn schließlich wollen wir den Spaß und Genuss beim Kochen und Essen nicht verlieren.

Bild Tisch mit Freunden beim Essen